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Ja
Für Experimentierfreudige: wir stellen eine Seife her!
17.01.2013 15:11
  • Ein Kilogramm Fette und Öle 50/50 ( Kokosnussöl, Palmfett, Sonnenblumenöl, Schweineschmalz, gehärtetes Pflanzenfett usw.), Ätznatron (bestellbar in der Apotheke oder im Internet) und destilliertes Wasser
  • Eine Form aus Holz oder Kunststoff, ausgekleidet mit Folie, bzw. mehrere kleine Formen aus Kunststoff oder Silikon
  • Spatel, Schneebesen, großer Topf aus Edelstahl, alte Tasse, Glasschüssel, feines Sieb, Handschuhe, Schutzbrille, Atemschutzmaske, Waage
  • Farbstoffe und Parfumöle

 

Heute widme ich mich mal dem eigentlichen Thema und gebe einen kleinen Einblick ins Seifensieden für alle Neugierigen und Versuchswilligen. Also dann, Ärmel hochgekrempelt, Motivationsgesicht aufgelegt und los geht´s:

 Ihr könnt das in eurer normalen Küche machen, allerdings vorher alle Störfaktoren aus dem Haus entfernen (Kinder, Haustiere, Partner, Hausierer und ja sogar die beste Freundin ;)…), denn Ätznatron ist gefährlich!

Alle Lebensmittel werden verbannt, alle Oberflächen gereinigt (separater Schwamm) und mit Zeitungspapier ausgelegt. Als erstes berechnet man die Menge des Natrons und des Wassers für die herzustellende Seifenmasse. Ebenso die Farbstoffe, die Überfettungsöle (zwischen 6 - 9 % der Fettmasse)und die Düfte (etwa 1 bis 2 Prozent der Gesamtmasse). Im vorgehenden Eintrag habe ich eine Verseifungtabelle und die Berechnungsformel eingestellt. Aber ernsthaft, ich bin da ein ganz fauler Lumpenstrick und lasse mir die Arbeit abnehmen, indem ich einen Verseifungsrechner benutze. Diese stehen online zur Verfügung, einfach mal den allwissenden google befragen ;). Ich würde anfangs für ein Kilo Grundmasse berechnen.

Alle feste Fette werden in einem Topf gewogen, alle flüssigen in einer separaten Schüssel. Im Prinzip kann man jede Art Fett verseifen, nur das Verhältnis zwischen fest und flüssig sollte ausgewogen sein, manche Rohstoffe machen einen guten Schaum, andere trocknen in hohen Mengen die Haut eher aus. Tatsächlich sind Seifen aus tierischen Fetten am schönsten zu verwenden, da ihr hoher Anteil an Stearin einen festen, feinporigen Schaum macht. Aber die meisten Menschen haben ihr Schwein lieber in der Pfanne als im Gesicht- nachvollziehbar, durchaus.

Schutzbrille auf, Atemmaske angelegt und dazu die einzigartig schönen, ellenbogenlangen Handschuhe. Vorsichtig das Ätznatron in der Tasse abwiegen, in einer Glasschüssel das Wasser. Langsam das Natron einrühren mit Hilfe eines Schneebesens ( Erst das Wasser, dann die Lauge, denn sonst spritzt sie dir ins Auge (Chemieunterricht sei Dank, doch was hängen geblieben.)). So lange rühren, bis die Flüssigkeit klar wird und keine Kristalle mehr zu sehen sind. ACHTUNG FLÜSSIGKEIT WIRD HEISS! Zur Seite stellen und etwa handwarm abkühlen lassen. In der Zwischenzeit die Fette schmelzen und nicht zu heiß werden lassen, mit den flüssigen Ölen abkühlen. Wenn Fette und Lauge etwa die gleiche Temperatur haben, wird die Lauge vorsichtig durch ein Teesieb in die Öle gerührt. Wer jetzt dachte, er hätte das Schlimmste bereits hinter sich, der wird jetzt von mir liebevoll auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Denn nun wird gerührt, bis die Masse anzudicken beginnt. Das sollte ab etwa 15 Minuten der Fall sein, wenn ihr gut gearbeitet habt, sonst kann es auch mal bis zu einer Stunde dauern. Liebhaber von fertiger Champignonsuppe und Pudding sind hier klar im Vorteil, denn wenn die Rohseife diese Konsistenz annimmt (sie zeichnet) ist sie fertig. Ruhig noch etwas weiterrühren und dann die Überfettungsöle zugeben.

Ganz wichtig sind natürlich Farben und Düfte. Lebensmittelfarben sind an sich in Ordnung, entwickeln allerdings manchmal ein etwas seltsames Farbverhalten im Reifungsprozess, meistens eher nicht zum Positiven. Wer auf Überraschungen abfährt, soll es gern probieren. Pigmente oder spezielle Seifenfarben sind da schon besser. Und eher sparsam dosieren, von hochwertigen Pigmenten ist meistens eine Messerspitze durchaus genug. Diese wird in ein klein wenig destiliertem Wasser aufgelöst und gut verrührt. Verwendet keinesfalls Parfümöle, die ihr sonst in die Duftlampe kippt, wenn ihr nicht die Hautreizung eures Lebens haben möchtet. Es gibt im Internet, Apotheken und Ökoladen genügend Alternativen. Die kommen zum Schluss dazu, werden gut verrührt und dann kommt die ganze Seifenmasse in die Form. Im günstigsten Fall deckt ihr sie mit einem Federbett ab, damit sie in eine gute Gelphase kommt und lasst sie für mindestens 24 Stunden in Ruhe.

Nun wird alles gereinigt und weggeräumt. Die Schutzbekleidung bleibt bis zum Ende an. Alle Arbeitsgeräte sollten nur für Seife benutzt werden, so handhabe ich es, aber auch da gibt es unterschiedliche Ansichten.

Nach dem die Seife erkaltet ist, holt ihr sie aus der Form und könnt sie schneiden. Sollte sie noch zu klebrig sein, dann lasst sie noch etwas liegen. 4 bis 6 Wochen Zeit zum Reifen braucht sie jetzt noch, damit das Ätznatron abgebaut wird.

Alles was ich hier schreibe sind Anregungen, ich übernehme keine Haftung, mit Ätznatron zu arbeiten ist und bleibt gefährlich. Daher alles mit viel Wasser neutralisieren.

So, viel Spaß mit eurer ersten Seife. (Wenn ihr mögt, schickt mir ein paar Bilder von eurem Erstlingswerk, ich bin gespannt)

Dies ist ein Mustertext. Füge hier deinen eigenen Text ein.
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