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Ja
Ein kleiner, feiner Meilenstein
11.01.2013 21:31

Endlich, endlich, endlich, nach gefühlten zweieinhalb Jahren( und reellen 3 Wochen) Umzug, Umbau, Neubau, kreativen Phasen und Momenten schierer Verzweiflung, haben wir ein urgemütliches zu Hause und ich meine neue, schnieke Werkstatt.

Da ich vor wenigen Tagen noch auf einen ollen kargen Raum ähnlich einer Mönchszelle geschaut habe, ist das für mich kopftechnisch noch nicht ganz realisiert. Ein wenig hilft es in jedem Fall, dass gestern das Veterinäramt für geschlagene drei Stunden bei mir war und meine Werkstatt abgenommen hat. Ich bin unendlich erleichtert, denn noch so eine Nacht wie zuvor, in der ich alle 5 Minuten aufwache und runter renne, um zu schauen, ob alles in Ordnung ist, würde ich sicher nicht noch mal durchstehen. In den vergangenen Wochen haben wir von 8,00 Uhr morgens bis 1,00 Uhr nachts geackert, geschraubt, gesägt und gehämmert wie die Heinzelmännchen.

Aber wir hatten uns doch so verflucht fest vorgenommen Weihnachten im Haus zu verbringen. Und tatsächlich war es machbar für 8 Personen zwei riesige Enten zuzubereiten, ohne Hängeschränke und fließend Wasser in der Küche und das meiste Geschirr noch in Kartons verpackt. Und ja, man kann auch in der Dusche abwaschen. ;)Das alles unter den leicht mitleidigen Blicken sämtlicher Verwandtschaft. Ich hingegen empfand es als eines der interessantesten Weihnachtsfeste, ganz ohne den üblichen Einheitsbrei. Und immerhin, es gibt Menschen, die zwei Wochen lang den ersehnten Jahresurlaub für nicht wenig Geld, genauso auf dem Campingplatz ihres Vertrauens verbringen.

Zwischen den Feiertagen haben wir ruhigen Gewissens unsere Kinder an die Großeltern verkauft, da auch das alte Haus noch renoviert werden musste. Ich sag’s euch, mein Eitelkeitsgen (das nicht gerade das kleinste meiner Gene ist ) hatte ganz schön was auszuhalten. So lief ich mit Waigel-Augenbrauen, farbverschmierten Klamotten und Augenrändern bis zu den Kniekehlen durch die Welt, dazu einem blauen Fleck, der in Form, Farbe und Größe einem Globus nicht ganz unähnlich war. Allen schockierten soll an dieser Stelle mitgeteilt werden, dass der Urzustand wieder hergestellt ist und ich wieder unter Menschen darf. Zwischendurch mal schnell alle Unterlagen fürs Labor zusammengestellt und dort einen Blitzbesuch abgestattet.

Ein wenig Weiblichkeit fehlt dem Raum sicher noch, aber ich bin stolz wie eine Gluckenmutti von 10 Küken! Das Beste ist, dass ich im Frühling direkt auf den blühenden Flieder vor meinem Fenster schauen kann ( sicher werde ich vor Verzückung die kompletten zwei Wochen keine vernünftige Seife zustande bringen) und ich habe immer im Blick, wer uns besuchen möchte und kann mich zum passenden Zeitpunkt spontan tot stellen. Das Leben ist voller versteckter Vorteile. :) Was hingegen die neuen Nachbarn von mir halten mögen, wenn ich da so mit meiner schicken Schutzkleidung rumhantiere, dazu hab ich leider noch kein Feedback.

Fazit des Tages: Vor Erschöpfung abends nur noch schwankend ins Bett zu fallen und dabei richtig viel zu erreichen, ist eins der schönsten Gefühle, die es zu erleben gibt.

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